Organisiert wurde das Wochenende nach Leipzig, Wittenberg und Merseburg vom Büro für Chancengleichheit und den Evangelischen Frauen in Württemberg.

Die Gruppe übernachtete in Leipzig, wo wir am Freitagabend einen Stadtspaziergang zu Orten der Frauenbewegung erlebten und Zeit für Begegnungen untereinander hatten.

Mehrere hundert Frauen aus 18 Nationen haben am 12.08.2017 in Wittenberg einen FrauenFestTag gefeiert. Zum 500. Reformationsjubiläum wollten sie unter anderem mit der demonstrativen Präsenz von 120 Frauen in kirchlichen Leitungspositionen ein Zeichen für Vielfalt in der Ökumene weltweit setzen. Neben Bibelarbeit, Tanz-Workshops und Diskussionsrunden standen auch ein Festgottesdienst sowie ein Festmahl mit 500 Frauen auf dem Programm, an dem u.a. die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann und die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann teilnahmen.

»Noch immer dominieren Männer in gewaltigen Gewändern das Bild von Kirche«, sagte Käßmann. »Das ist ein Jammer.« Die Theologin erinnerte an die Reaktionen, als vor 25 Jahren Maria Jepsen zur ersten lutherischen Bischöfin weltweit wurde: »Dabei war das doch nur die Fortführung von Luthers theologischer Erkenntnis, dass alle Getauften Priester, Bischof, Papst sind.« Folglich sei es ein Zeichen von Reformation, dass heute Frauen auf allen kirchlichen Leitungsebenen vertreten sind.

Organisiert wurde der Tag von den Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland, unterstützt vom Lutherischen Weltbund (LWB).

Das Abendkonzert der HankeBrothers und eine exklusive Führung durch das Württemberghaus mit Dieter Hödl schlossen den vielfältigen und schönen Tag in Wittenberg ab.

Vor der Rückfahrt am Sonntag nach Stuttgart besuchten wir den Gottesdienst im Merseburger Dom. Bei einer anschließenden Domführung erfuhren wir einiges von der 1000Jährigen Geschichte des Doms, dem Domschatz und der Merseburger Zaubersprüche. Das Vortragen der althochdeutschen Sprache beeindruckte und faszinierte die Gruppe in den Gewölben des Doms. Abschließend tauschten wir uns bei einem Kaffee mit Superintendentin Christiane Kellner über das kirchliche Leben im Kirchkreis Merseburg aus.